• Auf der Suche nach unseren Vorfahren begegnen uns immer wieder Situationen, an denen man schier verzweifeln möchte. Jeder Familienforscher kommt irgendwann an einen sog. "toten Punkt". Wir wissen zu diesem Zeitpunkt bereits, dass die von uns gesuchte Person vermutlich bereits verstorben ist. Nur allzu oft sind uns aber bis auf ein paar wenige Informationen keine weiteren Daten bekannt.

    Wahrscheinlich stellt sich der ein oder andere dann die Frage, wo die gesuchte Person verstorben sein könnte und ob es eventuell noch eine Grabstelle "zu entdecken" gibt. ...

  • Wie auf dem nebenstehenden Foto zu sehen, ist der dort Verstorbene namentlich bekannt. Nur wo sich diese Grabstelle befindet, konnte bisher nicht herausgefunden werden.

    Vielfach hilft da oftmals nur der Zufall - oder die fleißige Arbeit Freiwilliger, die sich unermüdlich in ihrer Freizeit damit beschäftigen, alte und oft schon in Vergessenheit geratene Grabstätten/Friedhöfe in unserem Forschungsgebiet wiederzuentdecken und noch erhaltene Gräber zu dokumentieren und so gut es eben geht zu erhalten.

Freiwillige kämpfen um den Erhalt alter masurischer Friedhöfe

Die "Masurische Gesellschaft" wurde 1990 in Krutinnen (Masuren) gegründet. Zu den Zielen der Gesellschaft gehören:

  • die Herstellung von Verbindungen und Erhalt der Gemeinschaft mit Masuren, die ihre Heimat verlassen haben

  • die Pflege der Zweisprachigkeit der Masuren durch Verbreitung und Lehre der verdrängten deutschen Sprache

  • Aktivitäten zum Schutz des deutsch-masurischen kulturellen Erbes

  • Verbreitung von Wissen über die Geschichte und Kultur des deutschen Volkes

  • Herstellung von Verbindungen zu deutschen Organisationen mit gesellschaftlichem, kulturellem und Bildungscharakter.

Grabstein auf einem Friedhof im Kreis Lyck © Freya Rosan

Auf ihrer Homepage https://stowarzyszeniemazurskie.pl/ findet der interessierte Besucher Informationen zu evangelischen Friedhöfen in Masuren. Die "Masurische Gesellschaft" kümmert sich um diese alten Friedhöfe, die zum Teil mitten im Wald versteckt liegen und die seit Jahren oder Jahrzehnten kaum ein Mensch betreten hat.

Wir möchten an dieser Stelle auf eine weiteres Friedhofsprojekt hinweisen:

Vergessene Friedhöfe in Masuren - Studierendenprojekt 2020 in Steinort/Sztynort

"In Kooperation mit der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf und der Ermländisch-Masurischen Universität Olsztyn sowie der Stiftung Borussia in Olsztyn/Allenstein fand Ende August/Anfang September ein internationales Studierenden-workcamp in Steinort/Sztynort in Masuren statt. Eine Gruppe deutsch-polnischer Studenten beschäftigte sich mit dem Friedhof von Groß Steinort, dem Familiengut der Familie von Lehndorff. Während es für das Schloss Steinort seit einigen Jahren auch mit Unterstützung der Bundesregierung Bemühungen gibt, diesen Erinnerungsort vor dem Verfall zu bewahren, ist der Friedhof einer der vergessenen Orte in Masuren.

Die Studenten der Geschichte und Landschaftsarchitektur befreiten gemeinsam den Friedhof wieder vom Wildwuchs und inventarisieren und dokumentieren die Gräber. Zugleich forschten sie in den Archiven über die Geschichte des Ortes und seiner Bewohner."

Quelle:
https://www.g-h-h.de/bildung-und-begegnung/bildung-und-begegnung/internationaler-austausch-mit-osteuropa/vergessene-friedhoefe-in-masuren