Archivinformationen

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Archive, Bibliotheken und Museen sind für die Erforschung der Familien- und Ortsgeschichte in Ost- und Westpreußen von besonderer Bedeutung. Möchtest du eine der Einrichtungen nutzen, empfehlen wir eine Vorab-Recherche über deren Websites.
Von unserem Vereinsmitglied Wolfgang Brozio stammen zwei Vorträge: "Forschung vor Ort. Praktische Hinweise für Besuche von Archiven mit Beständen aus Ost- und Westpreußen" (Download hier) sowie "Archivalische Quellen".

In den letzten Jahren konnten wir in Bezug auf die Forschungsmöglichkeiten in Archiven eine erfreuliche Tendenz feststellen. Viele Archive, allen voran die Archive in unserem Nachbarland Polen, haben mit ihren Digitalisierungsprojekten einen wesentlichen Fortschritt eingeläutet. Wo noch vor wenigen Jahren aufwändige und kostspielige Reisen zu den einzelnen Archiven erforderlich waren, steht uns heute das Internet zur Verfügung. Aber auch hier gilt die Devise: Prüfe, wer sich ewig bindet! Die Überprüfung einzelner Forschungsergebnisse anhand von Originalquellen ist und bleibt ein unverzichtbares Mittel zur ordnungsgemäßen Verifizierung von Personendaten!

Einzelne Archivalien, Familien- und Ortsnamen lassen sich über die Suchmaschine der Staatsarchive https://www.szukajwarchiwach.gov.pl/de/strona_glowna (deutsch) recherchieren. So kann z. B. bequem vom heimischen Schreibtisch aus geprüft werden, ob generell Akten für die eigenen Forschungsinteressen im Archiv vorhanden sind. 

Wie in Deutschland auch, ist in den kirchlichen und staatlichen polnischen Archiven vor Benutzung der Archivalien ein Benutzungsantrag auf einem Formblatt unter Angabe der Personalien und des Forschungsthemas zu stellen. Er wird im Allgemeinen von der jeweiligen Archivdirektion zu Beginn eines Archivbesuchs formlos und kurzfristig genehmigt. Die offizielle Benennung des Themas „Familienforschung“ ist im Gegensatz zu früheren Zeiten inzwischen unproblematisch. Sollte die letzte Benutzungsgenehmigung länger als ein Jahr zurückliegen, so ist wie auch in deutschen Archiven ein erneuter Antrag zu stellen. Für die üblicherweise kurz nach der Bestellung erfolgende Vorlage der Archivalien im Archivlesesaal werden keine Gebühren erhoben. Werden von Archivalien Kopien gewünscht, so kann der Benutzer aufgrund einer meist auch auf der Homepage des jeweiligen Archivs veröffentlichten Gebührentabelle in der Landeswährung Złoty (PLN) Reproduktionen bestellen. Wurde bei der Benennung des Forschungsthemas „Familienforschung“ angegeben, so hat dies allgemein einen in der jeweiligen Gebührenordnung festgelegten erhöhten Kostensatz bei der Beauftragung von Kopien zur Folge. 

Von Deutschland aus kann die Anreise zu einem polnischen Archiv unproblematisch und preisgünstig per Bahn, Bus, Flugzeug oder PKW erfolgen. Es besteht ein breites Angebot an Unterkunftsmöglichkeiten in der Nähe der Archive. Die Verständigung mit dem Archivpersonal stellt allgemein kein Problem dar. Deutschsprachige Akten aufbewahrenden Archive verfügen in der Regel über auch deutschsprachige, wissenschaftliche Mitarbeiter. Sollte der bezüglich eines optimalen Informationsgewinns immer anzustrebende persönliche Besuch eines Archivs nicht möglich sein, so ist die Stellung einer schriftlichen Anfrage oder die Beauftragung der Erstellung von Kopien auf deutsch oder englisch per Email oder Brief möglich. Hierbei sind die gewünschten Antwortschreiben der Archive  - wie auch bei deutschen Behörden - in der Amtssprache des jeweiligen Landes, in diesem Fall also auf Polnisch.

Die Mitarbeiter der Staatsarchive führen auf Antrag entgeltlich auch die Suche nach Dokumenten durch, welche die Genealogie der Familie des Antragstellers, benötigte juristische Dokumente oder ein bestimmtes wissenschaftliches Thema betreffen. Die Preise für diese nach Zeitaufwand zu entgeltenden Dienstleistungen sind ebenfalls den jeweiligen im Internet veröffentlichten Preislisten zu entnehmen. Die Gebühren sind im Vergleich zu deutschen Verhältnissen als günstig zu bezeichnen.

Die im Forschungsgebiet verbliebenen Kirchenbücher und Kirchenakten wurden in Polen, soweit es am Ort eine Kirchengemeinde gleicher Konfession gibt, und das trifft meist nur für die katholischen Kirchenbücher zu, vielfach bei der dortigen Pfarrei belassen, ältere Bestände auch an die Diözesanarchive abgegeben. Die übrigen Kirchenbücher lagern in den regional zuständigen Staatsarchiven.

Standesamtsunterlagen sind überwiegend vor Ort geblieben. Sie werden in Polen, soweit erhalten, bei den Nachfolgebehörden der deutschen Standesämter aufbewahrt.. Der aktuelle Bestand ist auf den oben angegebenen Seiten im Internet zu finden. Bis auf einige Ausnahmen (mehrere Jahrgänge in einem Band oder Platzmangel im Archiv) werden von den Standesämtern die über einhundert Jahre alten Unterlagen an die Staatsarchive übergeben. In welchem Archiv welche Kirchenbücher und welche Standesamtsunterlagen aufbewahrt werden, ist in einem im Jahr 2000 erschienenen „Informator“ aufgelistet. Die wichtigsten Archive für ost- und westpreußische Aktenbestände sind:

Staatsarchiv Allenstein
Archiwum Państwowe w Olsztynie
ul. Partyzantow 18
PL-10-521 Olsztyn
http://www.olsztyn.ap.gov.pl/

weitere Informationen unter:
http://wiki-de.genealogy.net/wiki/Allenstein_%28Kreis_Allenstein%29#Archive


Staatsarchiv Bromberg
Archiwum Państwowe w Bydgoszczy
ul. Dworcowa 65
PL-85-009 Bydgoszcz
http://www.bydgoszcz.ap.gov.pl/

weitere Informationen unter:
http://wiki-de.genealogy.net/wiki/Bromberg#Das_Bromberger_Staatsarchiv


Staatsarchiv Danzig
Archiwum Państwowe w Gdańsku
ul. Waly Piastowskie 5
skr. poczt. 401
PL-80-958 Gdańsk
http://www.gdansk.ap.gov.pl/

Staatsarchiv Marienburg
Archiwum Państwowe w Malborku

ul. Starościńska 1
PL-82-200 Malbork
http://www.malbork.ap.gov.pl

Staatsarchiv Suwalki, Zweigstelle Lyck
Archiwum Państwowe w Suwałkach Oddział w Ełku
ul. Armii Krajowej 17A
PL-19-300 Ełk
http://www.suwalki.ap.gov.pl/


Staatsarchiv Suwalki
Archiwum Państwowe w Suwałkach
ul. Kosciuszki 69
PL-16-400 Suwałki
http://www.suwalki.ap.gov.pl/


Staatsarchiv Thorn
Archiwum Państwowe w Toruniu
pl. Rapackiego 4
PL-87-100 Toruń
http://www.torun.ap.gov.pl/

weitere Informationen unter:
http://wiki-de.genealogy.net/wiki/Thorn#Das_Thorner_Staatsarchiv


Zusätzlich zu den aktuellen Bestandsübersichten polnischer Archive im Internet gibt es folgende Buchveröffentlichungen:

Die im Forschungsgebiet verbliebenen Akten wurden in die nach 1945 neu eingerichteten staatlichen Woiwodschaftsarchive verlagert. Archive befinden sich in Danzig/Gdańsk, Gdingen/Gdynia, Marienburg/Malbork, Thorn/Toruń, Bromberg/Bydgoszcz, Allenstein/Olsztyn, Neidenburg/Nidzica und Lyck/Ełk. Dort liegen heute nicht nur Bestände ehemaliger deutscher Archive, so des Danziger und des Königsberger Archivs, sondern auch Akten weiterer Behörden wie der Kreisverwaltungen, Städte, Justizbehörden, Forstverwaltungen sowie Privatarchive begüterter Familien.

Die polnische Staatsarchivverwaltung ist mit einer polnisch- und englischsprachigen Homepage im Internet präsent, die sämtliche Informationen zum Archivwesen in Polen enthält: http://www.archiwa.gov.pl/?CIDA=43 . So gibt es auf der Homepage u. a.

  • eine Übersichtskarte der Standorte und geographischen Zuständigkeiten der einzelnen Archive unter diesem Link, wobei anzumerken ist, dass Archivalien eines Kreises, wie z. B. des Kreises Johannisburg, auf zwei Archive (Allenstein und Lyck) aufgeteilt sein können, oder dass das Staatsarchiv Allenstein auch umfangreiche Bestände aus Preußisch-Litauen oder dem Königsberger Raum aufbewahrt,

  • eine Liste sämtlicher Archive mit weiterführenden Links zu den Regionalarchiven, die neben der polnischen Version meist auch über eine deutsche oder englische verfügen unter diesem Link. Diesen Seiten sind neben den Adressdaten der jeweiligen Archive auch deren Öffnungs- und Ferienzeiten (meist der Monat August) zu entnehmen.

  • und Hinweise für Familienforscher unter diesem Link. Da die Familienforschung in Polen eine Renaissance erlebt, werden inzwischen häufig auf Internetseiten der einzelnen Archive spezielle Hinweise für Genealogen gegeben.

  • Anna Laszuk: Kirchenbücher und Standesamtsregister in polnischen  Staatsarchiven - ein Führer (Ksiegi metrykalne i stanu cywilnego w archiwach panstwowych w Polsce. Informator). 2., unveränd. Auflage, Osbnabrück 2000. (Bespr.: APG NF 52 (2004) Bd. 34, S. 401-402)

  • Tomasz Brzózka: Deutsche Personenstandsbücher und Personenstandseinträge von Deutschen in Polen (Niemieckie ksiegi stanu cywilnego w Polsce) 1898-1945. Verlag für Standesamtswesen. Frankfurt/M 2000. (Bespr.: APG NF 52 (2004) Bd. 34, S. 401-403)

  • Czeslaw Biernat: Staatsarchiv Danzig. Wegweiser durch die Bestände bis zum Jahr 1945 (Archivum Panstwowe w Gdansku. Przewodnik po zasobie do 1945 roku). Schriftenreihe des Bundesinstituts für ostdeutsche Kultur und Geschichte Bd. 16. München 2000.

  • Herbert Sylvester und Marianne Stanke (Bearb.): Wegweiser für Forschungen nach Vorfahren aus den ostdeutschen und sudetendeutschen Gebieten sowie aus den deutschen Siedlungsräumen in Mittel-, Ost- und Südosteuropa (AGoFF-Wegweiser). Hrsg. von der Arbeitsgemeinschaft ostdeutscher Familienforscher e.V.,  Degener & Co., Neustadt a.d. Aisch 2000. (Bespr.: APG NF 51 (2003) Bd. 33, S. 335-338 (Fecker, C.))

Katholische Kirchenarchive in Polen

Das ermländische Diözesanarchiv in Frauenburg ist fast vollständig erhalten und befindet sich heute im

Diözesanarchiv Allenstein
Archiwum Diecezji Warmińskiej w Olsztynie
ul. Kopernika 47
PL-10-512 Olsztyn

Die katholischen Kirchenbücher Pommerellens bzw. Westpreußens westlich der Weichsel lagern im Diözesanarchiv Pelplin:

Diözesanarchiv Pelplin
Archiwum Diecezjalne w Pelplinie

ul. Biskupa Dominika 11
PL 83-130 Pelplin

Telefon: (+48) 58 536 12 22
E-Mail: archiwum@diecezja-pelplin.pl

Verzeichnis der Kirchenbücher: https://diecezja-pelplin.pl/instytucje/archiwum-diecezjalne

Unser polnischer Schwesterverein PTG („Verein für Familienforschung in Westpreußen“) erstellt einen Namensindex „PomGenDatei“ für diese Kirchenbücher: http://www.ptg.gda.pl/index.php/

Akten der katholischen Kirchengemeinden in Westpreußen nordöstlich der Weichsel finden sich im Diözesanarchiv Elbing:

Diözesanarchiv Elbing
Archiwum Diecezjalne w Elblągu
ul. Świętego Ducha 11
PL 82–300 Elbląg
Telefon: (+48) 55 232 73 70
E–mail: archiwumelblag@elblag.opoka.org.pl

Insbesondere katholische Kirchenbücher werden auch noch bei einzelnen Pfarrgemeinden aufbewahrt.

Russland

In Russland befinden sich Archivalien zur Geschichte Ostpreußens u. a. im:

Gebietsarchiv Königsberg/Kaliningrad
Gosudarstvennyj archiv Kaliningradskoj oblasti
ul. Komsomolskaja 32
SU-236000 g. Kaliningrad obl.
RUSSIA

Weitere, nach dem Zweiten Weltkrieg nach Russland verbrachte Aktenbestände aus dem Forschungsgebiet des Vereins stehen der öffentlichen Benutzung noch nicht wieder zur Verfügung.

Litauen

In Litauen befindliche Archivalien aus dem früheren Ost- und Westpreußen sind auf mehrere Standorte verteilt. U. a. befinden sich Bestände aus Königsberg in der:

Martynas Mazvydas Nationalbibliothek Wilna
Gedimino pr. 51
LT-01504 Vilnius
Lietuvos nacionalinė Martyno Mažvydo biblioteka

die auf ihrer Internetseite explizit auf ihre Preußisch-Litauischen Bestände verweist.

Alte Karten werden aufbewahrt im:

Nationalmuseum Wilna
Lietuvos nacionalinis muziejus
Arsenalo 1
LT-01100 Vilnius
http://www.lnm.lt/en/index.php


Universitätsbibliothek Wilna
Vilniaus universiteto biblioteka
Universiteteo 3
LT-01122 Vilnius
https://biblioteka.vu.lt/en/


Bibliothek der Akademie der Wissenschaften
Lietuvos Mokslu Akademijos Biblioteka
Zygimantu 1/8
LT-01102 Vilnius
http://www.mab.lt/

Weitere Angaben über die Bestände in außerdeutschen Archiven in: APG 41 (1993) S. 193-262

Suchdienste I. und II. WK

Soldaten des I. Weltkriegs

Soldaten des I. Weltkriegs

© Freya Rosan

Mein Großvater und mein Urgroßvater waren Soldaten und Kriegsteilnehmer. Welche Informationen gibt es über sie und wer kann mir weiterhelfen?

Dein Großvater hat geschwiegen, wenn du ihn nach seinen Kriegserlebnissen gefragt hast? Oder du hast von ihm aus Kriegszeiten einige Geschichten gehört, möchtest aber mehr über seine militärische Laufbahn und Gefangenschaft wissen? Vielleicht gibt es jemanden, der vermisst oder gefallen ist? Hier wirst du sicher fündig!

Deutsche Dienststelle (WAST) Die Online-Suche über militärische Laufbahnen und Dienstzeiten aus der Zeit des 2. Weltkrieges ist hier möglich. Bitte lange Wartezeiten einplanen!

Volksbund deutsche Kriegsgräberfürsorge Über "Gräbersuche Online" kannst du kostenlos oder gegen Spende gezielt nach gefallenen Angehörigen suchen. Man erhält umfangreiche Dokumente mit persönlichen Angaben des Toten sowie der Grabstätte.

Suchdienst des Deutschen Roten Kreuzes Aus der Zeit des 2. Weltkrieges kannst du über ein Online-Formular nach Gefangenen, Vermissten und Verschleppten suchen. Außerdem nach Kindern, die von ihren Familien getrennt wurden. Das DRK führt außerdem die sog. Vermisstenbildlisten (VDL). Hier ist eine Onlinerecherche möglich.

Laut einer Pressemitteilung vom 05.05.2020 stellt der Suchdienst des Deutschen Roten Kreuzes Ende 2023 seine Arbeit ein. Daher sollten Suchanfragen bis spätestens Ende 2021 eingereicht werden, damit noch eine Bearbeitung erfolgen kann.

Prisoners of the First World War, the ICR archives Etwa 10 Millionen Soldaten und Zivilisten wurden während des 1. Weltkrieges in Gefangenenlager gebracht. Über eine Namenssuche können originale Dokumente durchsucht und kostenlos heruntergeladen werden.

Verlustlisten des I. WK
Der Verein für Computergenealogie e. V. (Compgen) hat die Verlustlisten des 1. Weltkrieges indexiert und allen Forschern kostenlos zur Verfügung gestellt.

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