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Lage der ost- und westpreußischen Familienforschung

Die Möglichkeiten zur Erforschung ost- und westpreußischer Familien sind entgegen weit verbreiteter Meinung gut bis sehr gut.

Wichtige Quellen zur Familiengeschichtsforschung befinden sich im Original oder als Verfilmung in Deutschland. Außerdem sind Archivalien in Polen, Litauen und dem russischen Königsberger Gebiet erhalten und für Familienforscher benutzbar.

Große Bestände an Kirchenbüchern sind bei Kriegsende aus Ost- und Westpreußen nach Westen verlagert worden. Die evangelischen Kirchenbücher lagern zentral im Evangelischen Zentralarchiv in Berlin, Filme katholischer Kirchenbücher befinden sich im Bischöflichen Zentralarchiv in Regensburg. Beide Archive sind der privaten Forschung zugänglich. Das Evangelische Zentralarchiv hat einen käuflichen Bestandskatalog herausgegeben. Die Masse der Kirchenbücher wurde jedoch bereits vor dem Krieg verfilmt. Die Filme lagern in der Deutschen Zentralstelle für Genealogie in Leipzig und sind dort einsehbar. Ein Katalog ist im Handel erhältlich.

Die im Forschungsgebiet verbliebenen Kirchenbücher und Kirchenakten wurden in Polen, soweit es am Ort eine Kirchengemeinde gleicher Konfession gibt, und das trifft meist nur für die katholischen Kirchenbücher zu, vielfach bei der dortigen Pfarrei belassen, ältere Bestände auch an die Diözesanarchive abgegeben. Die übrigen Kirchenbücher lagern in den regional zuständigen Staatsarchiven. In Russland befinden sich Archivalien zur Geschichte Ostpreußens im Gebietsarchiv Königsberg/Kaliningrad.

Standesamtsunterlagen sind überwiegend vor Ort geblieben. Sie werden in Polen, soweit erhalten, bei den Nachfolgebehörden der deutschen Standesämter aufbewahrt. Nur die über einhundert Jahre alten Bestände befinden sich in den Staatsarchiven.

Das Geheime Staatsarchiv Preußischer Kulturbesitz in Berlin als das zentrale Archiv des preußischen Staates enthält eine Fülle von Beständen zu Ost- und Westpreußen. Es kann auch von privaten Familienforschern benutzt werden.

Das ehemalige Königsberger Staatsarchiv ist in seinen wesentlichen Teilen nach Deutschland gebracht worden und bildet heute die XX. Hauptabteilung des Geheimen Staatsarchivs in Berlin. Obwohl die Bestände des 19. und 20. Jahrhunderts große Lücken aufweisen, enthält die XX. Hauptabteilung eine Fülle von Archivalien zur Familien-, Lokal- und Regionalgeschichte vor allem Ostpreußens. Zu den Beständen sind mehrere Aufsätze erschienen, so auch im 30. Jahrg. (1982), Bd. 13 unserer Vereinszeitschrift.

Die sonstigen in Polen erhaltenen Archivbestände wurden in die nach 1945 neu eingerichteten staatlichen Wojewodschaftsarchive verlagert. Für den Familienforscher wichtige Archive befinden sich in Danzig/Gdańsk, Marienburg/Malbork, Thorn/Toruń, Bromberg/Bydgoszcz, Allenstein/Olsztyn und Lyck/Ełk. Dort liegen heute nicht nur die Bestände ehemaliger deutscher Staatsarchive, so des Danziger und des Königsberger Archivs, sondern auch die Akten weiterer Behörden wie der Kreisverwaltungen, der Städte, der Justizbehörden, der Forstverwaltung, dazu die Privatarchive begüterter Familien.

Eine große Erleichterung bei der Arbeit mit den Quellen bilden die Verfilmungen der "Genealogischen Gesellschaft von Utah" die von der Religionsgemeinschaft der "Kirche Jesu Christi der Heiligen der letzten Tage" (sog. Mormonen) getragen wird. Die Sammlung umfasst für das Forschungsgebiet fast alle noch in Deutschland und in Polen vorhandenen Kirchenbücher und Kirchenbuchverfilmungen, dazu eine große Zahl weiterer personenkundlicher Quellen und einige Dateien. Die Gesellschaft hat in Deutschland eine Reihe von Genealogie-Archiven eingerichtet, in denen auch Nichtmitglieder gegen geringes Entgelt das Material auswerten können.

Die gesamte historische und damit auch die familienkundlich wichtige Literatur bis einschließlich 1974 wird in der "Bibliographie der Geschichte Ost- und Westpreußens" von Ernst Wermke nachgewiesen. Für die Jahre ab 1974 sind bisher lediglich einige Teilbände erschienen. Die gesamte neuere Literatur zu Ost- und Westpreußen ist über die Literaturdokumentation des Herder-Instituts Marburg recherchierbar. Bei der Suche nach Literatur empfehlen sich neben den großen wissenschaftlichen Bibliotheken besonders als Spezialbibliotheken die "Martin Opitz-Bibliothek" in Herne, die "Nordost Bibliothek" in Lüneburg und das "Gerhart-Hauptmann-Haus" in Düsseldorf.
 

Quelle:
Kleines Informationsblatt des VFFOW


 

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Stand: 26. November 2018